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großen Unterschiede in der Landschaft Indiens haben eine
beeindruckende Artenvielfalt hervorgebracht: Mehr als 1200 Vogelarten
und 350 Säugetierarten sowie Tausende von Fisch-, Amphibien-
und
Reptilienarten sind hier heimisch, zudem wurden bislang 13.000
Blütenpflanzenarten registriert. In Indien gibt es 560
Tierschutzgebiete und 80 Nationalparks.
Das aufregendste Tier Indiens ist
selbstverständlich der Tiger. Wenige Tiere
üben eine
solche Faszination auf den Menschen wie er, der zugleich
gefürchtet und bewundert wird. Der einsame Jäger hat
er nur
einen Feind: Den Menschen.
Die Tigerjagd war seit jeher der Sport
der
Könige, eine Tradition, die später besonders von den
Kolonialherren exzessiv betrieben wurde. Wir alle kennen die Bilder von
den britischen „Sahibs“, die mit Tropenhelmen und
kurzen
Hosen hinter Bergen gestreifter Tigerkadaver posieren. Die Wilderei
fordert leider auch heute noch zahlreiche Opfer. Den
Körperteilen
des Tigers wird in der chinesischen Medizin magische Heilungskraft
zugeschrieben, dementsprechend werden sie eingesetzt. Das Hirn soll gut
gegen Akne sein, das Nierenfett wird als Mittel gegen
männliche
Impotenz hoch geschätzt. Neben der Wilderei stellt der
permanente
Verlust des Lebensraumes ein großes Problem dar.
Dschungelwälder werden in Acker- und Bauland umgewandelt und
somit
werden die Rückzugsgebiete der Tiger immer kleiner.
Mit seinen zahlreichen Nationalparks
hat
Indien sehr zur Erhaltung dieser bedrohten Art beigetragen. Dennoch
sind die Aussichten auf eine definitive Rettung der Tigerpopulation in
Indien eher düster: Viele gut organisierte Wilderer-Gruppen
kommen
sogar in bekannten Nationalparks wie Kanha oder Corbett ungestraft mit
ihrer Beute davon. Schlecht ausgerüstete und unterbezahlte
Wildhüter können kaum Widerstand gegen dieses
lukratives
Geschäft leisten. Nur durch den Aufbau und Förderung
eines
naturbewussten Tourismus kann dieses mächtige Tier vor seiner
kompletten Ausrottung bewahrt werden.
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