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Die
Schutzgebiete Nouabalé-Ndoki
(Kongo), Dzanga-Sangha
(Zentralafrikanische Republik) und Lobeke (Kamerun) bilden den
größten, noch weitgehend intakten
Regenwaldgürtel Afrikas. Knapp die Hälfte aller Tier-
und Pflanzenarten der Erde finden sich hier. In Dzanga-Sangha und Ndoki
zum Beispiel leben so seltene Tiere wie Waldelefanten und Flachlandgorillas. Um
Fauna und Flora zu erhalten, haben sich die Naturschützer zum
Ziel gesetzt, Bevölkerung und Holzindustrie für eine
nachhaltige Nutzung der Wälder zu gewinnen, Wilderern das
Handwerk zu legen und den Ökotourismus voranzutreiben. Der WWF engagiert sich
bei der Parküberwachung und Bekämpfung der illegalen
Jagd. Durch den Einsatz des WWF konnten insbesondere die Gorillas und Elefanten vor
Wilderern geschützt werden. Wichtig dafür ist,
ehemalige Wilderer für die Naturschutzarbeit zu gewinnen, denn
sie sind absolute Experten auf ihrem Gebiet und kennen Schleichwege und
bevorzugte Gebiete der Jäger und Fallensteller am besten.
Gemeinsam mit der
GTZ (Gesellschaft
für
technische Zusammenarbeit), die sich seit 1994 am Waldmanagement
beteiligt, wurden Voraussetzungen für einen sanften
Natur-Tourismus geschaffen, der sich langsam entwickelt. Das Projekt
organisiert gemeinsam mit BaAka-Pygmäen,
die Einzigen, die überhaupt in der Lage sind, die Gorillas,
die
tief im Wald leben, aufzuspüren, ein Tourismusangebot.
Besucher,
die sich so tief in Afrika wagen, können an der Jagd mit
Netzen
auf kleine Antilopen teilnehmen, gemeinsam mit den Frauen
Medizinalpflanzen suchen und erleben, wie traditionelle Hütten
aus
Zweigen und Blättern gebaut werden. Von speziell errichteten
Beobachtungsplattformen am Rand von Waldlichtungen kann man Zeuge einer
einzigartigen Tierfülle werden: In einer bisher als einmalig
beschriebenen Dichte leben hier Großsäugetiere wie
Waldelefanten, Waldbüffel, Riesenwaldschweine, Gorillas und
die
Waldantilope "Bongo“. Auf der Saline von Dzanga werden seit
Jahren mehr als 3000 verschiedene Waldelefanten identifiziert und
gezählt. Außerdem gibt es in Ndoki und Dzanga-Sangha
Schimpansen, Paviane,
Mangaben,
Meerkatzen
und andere Primaten. Leoparden,
Otter, Mangusten, Ginster- und Zibetkatzen, verschiedene Schuppentiere,
Flusspferde
und Flussschweine zählen auch zu den permanenten
Gästen.
Gorilla-Trekking
In der
Nähe der Lichtung Bai
Hokou im
Dzanga-Sangha-Nationalpark befindet sich seit 1988 ein Camp zur
Forschung der Flachlandgorilla. 1997 hat man hier damit begonnen,
Gorillas an die Präsenz von Menschen zu gewöhnen, was
ein
langwieriger Prozess ist. Für die erste Gorilla-Gruppe waren 4
Jahre Arbeit von Beobachtungsteams erforderlich, die täglich
in
mehr oder weniger großem Abstand dieser Gruppe folgten. Zur
Zeit
können täglich maximal drei Besucher auf
Gorilla-Pirsch gehen.
Hierbei sind die
an den Wald
gewöhnten
Augen der BaAka-Pygmäen unersetzlich. Allein diese Suche der
Gorillafamilie mit Hilfe von fast unsichtbaren Zeichen auf dem
Waldboden ist ein unvergessliches Erlebnis. Man bewegt sich dabei auf
Elefantentrampelpfaden und schmalen Wegen fort, zum Teil geht es auch
quer durch Dickicht. Dies kann anstrengend werden, denn Gorillas suchen
sich ihre fruchttragenden Lieblingsbäume manchmal
über
längere Strecken. Es kann 1 bis 2 Stunden dauern, die Gorillas
aufzufinden. Das Zusammentreffen mit den Gorillas kann nicht garantiert
werden. Aber mehr als 90 % der Touristen, die während den
letzten
Jahren auf Gorilla-Pirsch
gingen, erlebten diese sanften Riesen im Regenwald aus
nächster Nähe.
Die Parkverwaltung hat ein Mindestalter von 16 Jahren für eine
Teilnahme festgelegt. Eine Verhaltensanweisung wird im Camp gegeben.
Menschen mit Durchfall, Schnupfen oder anderen Krankheiten werden
abgewiesen, um die Gesundheit der Gorillas nicht zu gefährden.
Die
Beobachtung erfolgt aus Sicherheitsgründen von 10-20 Meter
Entfernung.
Eine Reise in das Kongobecken,
den nach Amazonien zweitgrößten Urwald der Erde, ist
jedoch
kein Urlaub für jedermann. Eine beschwerliche tagelange
Anreise
muss genauso in Kauf genommen werden, wie erhebliche Strapazen und
Mangel an Komfort. Wer jedoch für ein
außergewöhnliches
Abenteuer bereit ist, für den werden die Gorilla- und
Waldelefantenbeobachtungen, sowie das Gondeln im Einbaum entgegen der
untergehenden Sonne unvergessliche Erfahrungen bleiben.
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